Vorsicht Nebenwirkungen! Was passieren kann, wenn du dich auf die Suche nach deiner Berufung machst

Es gibt da etwas, dass ich dir bislang noch nicht verraten habe.

Wenn du unglücklich in deinem Job bist, ist es wirklich toll, wenn du dich auf die Suche nach Alternativen machst.

Doch die Suche nach einem anderen Job ist nicht sofort ein Glücksgarant. Vor allen Dingen, wenn du mehr von deiner Arbeit willst. Erfüllung und Sinn zB 😉 Dann ist es ziemlich wahrscheinlich, dass du feststellst, dass deine Suche auch einige „Nebenwirkungen“ beinhaltet.

Manche davon wirst du willkommen heißen (zB diese hier). Ja, die schönste Nebenwirkung ist, dass du nicht einfach nur einen neuen Job findest.

Jobs sind austauschbar – deine Berufung nicht!

Konkret bedeutet das für dich mehr Selbstvertrauen, mehr Selbstbewusstsein, mehr Freiheit.

Das ist der Punkt, der mir die meiste Entspannung in meinem Leben geschenkt hat: Endlich diese ständigen Selbstzweifel loszuwerden und nicht mehr alles an mir kritisieren!

Tja, und dann gibt es da aber noch etwas:

Einige Hürden, die sich auf einmal auftun.

Denn ich verrate dir etwas: Nicht jeder schreit „Hurra“, wenn du dich auf den Weg machst.

  • Da ist zB deine Familie, die der Meinung ist, dass du einen „vernünftigen, sicheren“ Job brauchst, statt deinen „Flausen“ nachzugehen.
  • Da sind deine Kolleginnen, die der Überzeugung sind, dass Arbeit keinen Spaß macht (und auch nicht machen darf)
  • Da sind auch deine Freundinnen, die glauben, dass du ein bisschen „zu viel“ Ansprüche hast und doch eigentlich ganz „froh“ sein kannst, über den Job den du hast
  • Und schließlich gibt es da noch eine Menge an gesellschaftlicher Normen, wie „man“ zu leben und zu arbeiten hat

Je nachdem, wie dein Umfeld gestrickt ist was dort als „normal“ gilt, ist das mal leichter und mal schwerer auszuhalten.

Wenn dir bei der Familienfeier wieder alle in den Ohren liegen, warum du denn überhaupt studiert hast, wenn du dann doch nicht in dem Bereich arbeiten willst oder dir deine Freunde versuchen zu beweisen, warum dein aktueller Job doch „ganz gut“ ist – dann kann dich das ganz schön erschöpfen.

Mehr als das:

Es kann sein, dass du beginnst, deine Überzeugungen und Entscheidungen anzuzweifeln.

Haben sie nicht doch Recht?

Dieser Frage will ich heute auf den Grund gehen. Und dir gleich zwei Antworten liefern:

1. Ja, sie haben Recht

(und das hat was mit dir zu tun)

2. Nein, sie haben nicht Recht

(und das hat nichts mit dir zu tun)

 

Lass uns das mal anschauen:

1. Sie haben Recht

Wenn du alles so für dich durchdenkst, dann bist du dir recht sicher, dass es dir möglich ist, einen – den! –  Job zu finden, der deinen Vorstellungen entspricht? Sobald du aber etwas Kritisches hörst, merkst du, dass etwas hängenbleibt vom Gesagten?

Irgendwie trifft dich das, was dir Familie, Freunde und Kollegen sagen, ganz tief?

Dann steckt ein Körnchen Wahrheit darin.

Aber eine andere Wahrheit, als du jetzt vielleicht denkst.

Mal eben etwas weiter ausgeholt: Es liegt in der Natur von uns Menschen, dass wir gerne einen festen Orientierungsrahmen haben. Dieser Rahmen hält für uns die Welt zusammen. Man kann es auch „Weltbild“ nennen. Es erklärt, wie etwas ist „Arbeit macht keinen Spaß“ ,bspw und wie etwas funktioniert „man gibt nicht einfach einen sicheren Job auf“.

So, wie du dir die Welt erklärst, so ist sie auch. Das macht Sinn, denn es gibt dir viel Sicherheit und Orientierung.

Das Problem ist, wenn du das als die einzige Wahrheit ansiehst, bzw es nicht hinterfragst.

Oft genug übernehmen wir solche Weltbilder und Orientierungsrahmen einfach. Klar, denn auch du bist mit deiner Familie groß geworden und deine Freunde begleiten dich schon länger. Na, und mit deinen Kollegen verbringst du die meiste Zeit des Tages! All das hat Einfluss auf dich.

Mit den Menschen, mit denen du dein Leben teilst, teilst du oft auch Werte und Überzeugungen.

Und es sind genau diese (alten) Weltbilder, Werte und Überzeugungen, die in diesem Fall anspringen:

  • Wenn in deiner Familie schon immer (finanzielle) Sicherheit ein großes Thema war, wird das auch für dich eine Art „wunder Punkt“ sein.
  • Wenn du jahrelang mit deinen Kollegen die Überzeugung geteilt hast, dass Arbeit weh tun muss, wirst du dich nicht sofort von diesem Glauben befreien können.

Was dir in solchen Fällen hilft, ist dir bewusst zu werden, dass du deine wunden Punkte hast. Und dass diese zeigen, wo gerade deine aktuellen Hürden liegen. Und genau das ist gut so!

Denn manchmal sind wir in unserer Entwicklung so schnell, dass wir vergessen, uns um unsere alten Überzeugungen und Werte zu kümmern. Die sind in diesem Fall aber nicht weg, sondern nur auf stumm geschaltet.

Deswegen ist es hilfreich, wenn du merkst, dass sich dein Magen zusammenzieht, sobald dir Freunde sagen, dass deine Träume unrealistisch sind.

Denn das kann ein Hinweis darauf sein, dass du selbst auch noch nicht überzeugt bist.

Und so blöd diese Erkenntnis auch sein mag: Es ist toll, wenn du dir das in dem Moment bewusst machst.

Denn was wird passieren, wenn du dir nicht eingestehst, dass du dir mit deinen Ideen nicht total sicher bist?

Du wirst nie mit vollem Herzen dabei sein! Du wirst dich selbst zurückhalten. Und du wirst es noch nicht mal merken.

Wenn nun aber ein Familienmitglied sagt: „mit deiner Ausbildung kannst du keine großen Sprünge machen“ und du merkst, wie das etwas bei dir auslöst, dann prüfe, ob du selbst auch noch diesen Glauben in dir trägst.

Wenn das nicht so ist, dann trifft vielleicht schon Punkt 2 zu:

2. Sie haben nicht Recht

Wir sind wieder beim Weltbild. Deinem und dem deines Umfelds.

Was passiert, wenn beide nicht mehr richtig zusammen passen?

Ja, wenn du dich sogar immer weiter von dem der anderen entfernst?

Es geht Ihnen an Orientierung und Sicherheit flöten. Das ist, je nachdem, wie wichtig dass in diesem Fall ist, bedrohlich.

Ist ja auch nachvollziehbar, oder? Stell dir vor, das, was du vorher als unumstößliche Wahrheit angesehen hast, gerät ins Wanken. Einfach, weil du siehst, dass da plötzlich jemand nicht nur über die Arbeit meckert, sondern tatsächlich was verändert. Und das es ihm damit auch noch gut geht!

Für manche kann das eine Inspiration sein. Für andere, die nicht glauben, dass das auch für sie möglich ist, ist das schwer, mit anzusehen.

D.h. in diesem Fall ist es umgekehrt:

Statt das dein Gegenüber etwas bei dir auslöst, löst du etwas bei ihm/ihr aus.

So kann es sein, dass da plötzlich bei einer guten Freundin die persönlichen Alarmglocken angehen. Und auf einmal versucht sie, dir auszureden, deinen Job zu wechseln.

Das tut sie nicht, weil sie irgendwie gemein geworden ist, sondern in dem festen Glauben, dich vor einem Fehler zu bewahren. Weil ihre Sichtweise, ihr Orientierungsrahmen so gestrickt sind. Sie braucht Sicherheit und ihre Strategie ist, dafür lieber bei einem schlechten Arbeitgeber zu bleiben: „Lieber den Spatz in der Hand …“ Dein neues Verhalten löst bei ihr einfach eine Menge Ängste aus.

Das bedeutet für dich in diesem Fall wahrscheinlich erstmal Frust. Weil dein Bedürfnis vor allem Unterstützung ist. Und du jetzt nur hörst, dass deine Freundin dir deine schönen Ideen ausreden will!

Es kann dir in solchen Fällen helfen, bewusst zu werden, was du in solchen Momenten brauchst – und wie es deiner Freundin geht. Ich empfehle dir dazu die 4-Schritte-Methode. Wenn du dich und sie verstehen kannst, wird Verständigung wieder möglich.

Eigentlich geht es bei dem ganzen nämlich nur darum: Ums Verstehen, wie du und die anderen ticken.

Denn was steckt hinter diesen ganzen Nebenwirkung?

Entwicklung!

Du veränderst dich. Und manchmal ist es halt so, dass genau das für Irritationen in deinem Umfeld sorgt. Ein Austausch über Weltbilder ist da sehr hilfreich, so können andere nachvollziehen, was bei dir gerade los ist. Und auch du kannst dich noch besser verstehen lernen.

Achtung: Übernimm Verantwortung für die Beziehungen, die dir wichtig sind – erkenne aber auch, wo dein Gegenüber selbst gefordert ist, sich (um sich) zu kümmern.

Denn: Du musst nicht jeden von deinen Plänen überzeugen, du bist auch keine Rechenschaft schuldig. Und vielleicht tun sich dann noch ganz neue Einsichten auf – vielleicht inspirierst du sogar andere, sich ebenfalls auf den Weg zu machen?

Dann gäbe es noch eine Nebenwirkung: Berufung wäre ansteckend! 🙂

 

Viel Spaß beim „Infizieren“,

deine Wiebke

 

P.S. Was denkst du dazu? Hast du schon (negative) Erfahrungen gemacht? Wie bist du damit umgegangen? Schreib mir einen Kommentar, ich freue mich drüber!

P.P.S. Suchst du noch nach dem perfekten Startpunkt, um endlich deine Ideen umzusetzen? Dann hier ein kleiner Tipp: Diesen Punkt gibt es nicht! 😉 Aber eine Umsetzungsunterstützung, die es in sich hat: Mein ebook „ICH MACH DAS JETZT! Wie du Veränderungen richtig anpackst und deine Ziele erreichst – 14 Umsetzungs-Strategien, die funktionieren!“ 

 

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