Ist die Komfortzone nur ein Märchen? 5 Gründe, warum du steckenbleibst

Ich gestehe: ich habe dir bestimmt schon mal gesagt, dass du aus deiner Komfortzone raus musst. Dass du es dir einfach zu gemütlich gemacht hast.

Vielleicht glaubst du das auch. Vielleicht wünschst du dir auch den berühmten – sorry: Arschtritt.

Weil du glaubst, dass du zu bequem bist.

„Wenn ich nur nicht so faul wäre!“

Aber stimmt das überhaupt?

Ja und nein …

Klar, es gibt Phasen, da hast du vielleicht mal nicht so Lust, gerade, wenn dir die Aufgaben nicht zusagen. Oder du hast einfach einen Durchhänger.

Doch allzu oft erlebe ich, dass es so gar nicht darum geht, dass du dich „aufraffst“ oder „zusammenreißt“.

Denn ist deine Situation momentan wirklich so kuschlig für dich?

Ich denke nicht!

Es macht dir bestimmt keinen Spaß, jeden Tag zu deinem schrecklichen Job zu schleichen, sinnfreie Arbeit zu tun und das vielleicht auch noch mit cholerischem Chef oder gräßlichen Kollegen.

Und auch sonst: Das Verharren in einer unglücklichen Beziehung, Existenzangst, das immer wiederkehrende Gedankenkarussell darüber, was in deinem Leben schief läuft und gelaufen ist …

… all das wird sich nicht besonders angenehm anfühlen!

Und ich wette, oben drauf kommt noch diese dicke Portion Selbstzweifel?

Ich habe mich gefragt, wieso man dann eigentlich von der Komfortzone spricht? Wo ist da der gemütliche Sessel, der flackernde Kamin, die heiße Tasse Kakao?

Nee, da stimmt doch was nicht!

Deine Komfortzone ist eigentlich eine LEIDENSZONE.

Dieser Zustand, in dem du deutlich unzufrieden bist, eine vage Hoffnung auf Veränderung hast – aber keinen Schimmer, wie du diese erreichst.

Und tatsächlich einfach viel leidest.

Ja, hier wird häufig auch gejammert. Das ist charakteristisch für diese Phase: Du spürst ja, dass du feststeckst. Du fühlst dich machtlos, ausgeliefert. Du denkst, du kannst nichts tun.

Es ist wie eine Trauerphase, du siehst deutlich, dass etwas für dich nicht stimmt. Und scheinst dich doch nicht draus lösen zu können.

Mir ist wichtig dir zu sagen, dass dein Leid echt ist. Ja, es geht dir mies.

Und das ist auch der Grund, warum ich denke, dass du KEINEN Arschtritt brauchst – warum es noch mieser machen?

Ich will nicht abstreiten, dass das auch hilft. Nur: du willst ja ein erfülltes Leben. Dich selbst fertig machen, dich ständig anzutreiben – das gehört meiner Meinung nach nicht dazu! Das ist doch eher die alte Welt.

Also hör auf, dich zu beschimpfen („ich bin so faul“) und finde raus, warum du gerade feststeckst.

Dann kannst du es nämlich auch ändern!

Ich denke, was da hilft, sind zwei Dinge:

  1. Empathie und
  2. Ehrlichkeit

mit dir selbst.

Beides wird dir helfen, zu verstehen, was dich so festhält – und zu erkennen, was du für dich in dieser Phase tun kannst. So kommst du wieder in die Selbstverantwortung – und schaffst dir tatsächlich eine echte „Komfortzone“: der Bereich, in dem du dich wohl und zu Hause fühlst!

Aus dem kannst du dann schließlich versuchen, wieder auszubrechen – um deine neue Komfortzone zu erweitern 🙂

Doch erstmal zurück zur Empathie und Ehrlichkeit. Die brauchst du nämlich jetzt, um deinen persönlichen Grund, warum du nicht weiter kommst, zu finden:

5 Gründe, die aus deiner Komfortzone eine Leidenszone machen:

1. Deine momentane Situation erschöpft dich so sehr, dass du keine Energie mehr für Veränderungen hast

Das ist meist der Hauptgrund! Dein jetziger Zustand, dein Leben erschöpft dich so sehr, dass du gar nicht anders kannst, als einfach zu verharren. Auszuhalten ist alles, was du noch kannst. Dein Alltag saugt dich förmlich aus. Jeder Schritt, jede Aktivität kostet dich so viel Energie, dass mehr einfach nicht geht. Veränderungen kosten Kraft – je nach Größe sogar viel Kraft. Und die hast du schlichtweg nicht! All deine Ressourcen sind schon fürs „Überleben“ verplant.

Deine mögliche Lösung:

In dieser Situation empfehle ich dir, erstmal etwas für dich zu tun. D.h. noch nicht auf die gewünschten Veränderungen zu schauen, sondern für deinen Energiehaushalt zu sorgen. Das kannst du auf zwei Wegen tun. Ich empfehle dir den „Weg des geringsten Widerstandes“, also das, was dir am leichtesten fällt:

  1. Etwas Kraftraubendes weglassen und/oder
  2. was Energiegebendes hinzufügen

UND ERST DANN tun, was du tun willst. Ich erlebe häufig, dass hier Hilfe und Unterstützung von anderen vonnöten ist. Das kann eine hilfreiche Freundin sein (merke: diese unterstützt dich wirklich, also kein Mitjammern aber auch kein Treten), ein Coaching und in komplizierteren Fällen, auch therapeutische/andere professionelle Hilfe (Vorteil: wird meist von Krankenkassen sein übernommen).

2. Du WEIßT um deinen Veränderungsbedarf, aber du kannst es nicht FÜHLEN

Du versuchst, dir kopftechnisch alles zu erklären. Rational ist alles klar. Aber du findest nichts, was dich wirklich emotional anspricht. Das kann wiederum zwei Gründe haben

  1. Du hast lediglich die Vorstellungen, Erwartungen anderer übernommen oder willst es dir und anderen beweisen. Wenn du dir deine Ziele ehrlich anschaust, dann bemerkst du, dass sie gar nicht deine eigenen sind
  2. Du weißt bislang nur, was du nicht willst.

Deine mögliche Lösung:

Prüfe, was wirklich deins ist, was dich wirklich anspricht. Angst könnte ein guter Hinweis sein! Denn das was dich ängstigt, ist das, was du dir bislang „verboten“ hast: deinen eigenen Weg gehen, etwas auf deine Weise machen.

3. Du GLAUBST nicht an dich

Tief in dir ist der Glaube, dass deine Wünsche und Ziele nicht erreichbar sind – du denkst, dass du scheitern wirst – um dir diese Erfahrung zu sparen, tust du lieber nichts. Oder du hast in letzter Zeit nur noch Erfahrungen gemacht, die dich an dir zweifeln lassen. Und jetzt fehlt dir schlichtweg das Vorstellungsvermögen, wie es anders sein könnte

Deine mögliche Lösung:

Kleine Schritte! Hier geht es um Selbstwirksamkeit – um den Glauben an dich und deine Fähigkeiten.
Das Gute: Alles eine Frage des Trainings! Du kannst üben, diesen Glauben an dich (wieder) zu stärken. Dazu suchst du dir kleinere Ziele, und steigerst die Herausforderung von Erfolg zu Erfolg.
Das Ganze funktioniert besonders gut, wenn du deine Erfolge schriftlich festhältst. Durch das schrittweise Vorgehen kannst auch immer besser herausfinden, was alles möglich ist. Langsam erforscht du den „Möglichkeitenraum“, öffnest immer mehr Türen, sammelst Erfahrungen, was sich für dich stimmig anfühlt und erweiterst deinen Glauben an dich selbst!

4. Du denkst, du hast schon so viel investiert, wenn du jetzt aufhörst, bist du gescheitert, oder machst Verluste

Du hast jahrelang in deinen Job investiert, Energie, Zeit, vielleicht auch Geld. Wenn du jetzt aufgibst, dann ist doch alles verloren? Oder du sitzt schon so lange daran, deinen vermeintlichen Traum umzusetzen – und immer stärker wird die Gewissheit, dass das gar nicht das ist, was du wirklich willst?

Deine mögliche Lösung:

Zieh ein ehrliches Fazit: Was hat dir dein Einsatz bislang gebracht? Bist du näher an deine Ziele und Wünsche gekommen – oder entfernst du dich immer weiter davon, weil alles, was du gerade tust, genau das Gegenteil davon ist? Mach dir klar: was vergangen ist, ist vergangen. Indem du dich darauf konzentrierst, was du bereits „investiert“ hast, steckst du in der Vergangenheit fest. Doch die Zukunft und damit die Veränderung passiert, wenn du heute, hier und jetzt, festlegst, was du (anders) machen wirst. Überlege auch, was es dich „kostet“, wenn du genauso weiter machst!

Was hier auch reinspielt, ist dir Fehler zu erlauben. Wie du das lernen kannst, liest du hier. Prüfe für dich auch, ob Punkt 5 noch zutreffen könnte:

5. Du hast noch eine Rechnung offen, hoffst, noch etwas Bestimmtes zu bekommen oder zu erreichen

Kommst du dir vor, wie ein Esel, dem man die Möhre vor die Nase hält – ohne, dass er sie jemals erreicht? Hoffst du immer noch, allen Rückschlägen zum Trotz, dass du „nächstes Jahr endlich die Beförderung“ erhältst oder sich per Zauberhand die Probleme in deiner Beziehung auflösen?

Deine mögliche Lösung:

  1. Vergiss es!  Trenne Hoffnung von Hoffnungslosigkeit:  Denkst du, dass die Lösung darin liegt, dass sich andere ändern? Dann lass los! Du merkst schon: Hier brauchst du besonders viel Ehrlichkeit mit dir selbst.
    Wenn du jahrelang emotional verhungert bist, weil du die gewünschte Wertschätzung/Beförderung/Liebe nicht bekommen hast – dann frag dich, warum sich das in der Zukunft noch ändern sollte. Erinnere dich daran, dass du es SELBST bist, die dich so hängen lässt: Durch deine Entscheidung, deine Bedürfnisse nur von einer bestimmten Person, einem bestimmten Job abhängig zu machen! Mach das schrittweise – und verschließ dich nicht dem Schmerz, der durch die Erkenntnis kommt – er ist wichtig, damit du dich ganz lösen kannst. Ungelebter Schmerz, Wut und ungefühlte Traurigkeit verhindern die Verarbeitung.
  2. Bleib dran! Dazu brauchst du unbedingte Klarheit, WIESO du weiter machen willst und WIE. Auch hier empfehle ich dir, Unterstützung zu suchen. Eine wertschätzende Außenperspektive, die dich davor bewahrt, dich im Kreis zu drehen. Lege für dich auch fest, wann eine Grenze erreicht ist, die du nicht überschreiten willst.

du kannst diese 5 Gründe noch um die hirnphysiologische Perspektive erweitern – Gerald Hüther verknüpft in diesem Artikel mit leichter Hand die Themen Komfortzone, Gehirnentwicklung und Berufung!

Tja, du siehst: du selbst kannst dir deine Komfortzone verdammt ungemütlich machen. Und wenn du erkennst, warum das so ist, wird es dir leichter fallen, daraus zu finden.

Das Wunderbare: Genau das wird dir helfen, immer mehr deinen Weg zu erkennen. Du gewinnst an innerer Klarheit, es gelingt dir immer besser, feinfühliger auf deine Up´s und Down´s zu reagieren und flexibler Lösungsmöglichkeiten zu erkennen.

Für mehr Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. Für deine Berufung 🙂

 

Alles Liebe,
deine Wiebke

 

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