Kraftvoll und widerstandsfähig durch Herausforderungen – 7 entscheidende Faktoren für deine innere Stärke

In meinem Leben ist gerade zu viel los – in deinem auch?

Vielleicht bist auch du gerade dabei, einschneidende Veränderungen umzusetzen – oder das Leben hat dich gerade einfach mit voller Wucht erwischt?

Bei mir trifft gerade beides zu. Nachdem ich mich eine Zeitlang darüber aufgeregt habe, das es eben nicht so läuft, wie ich es will, habe mich gefragt, was ich konkret für mich tun kann.

Und bin auf etwas gestoßen, was mir eigentlich schon ein bisschen wie kalter Kaffee vorkam.

Etwas angestaubt. Und: Langweilig!?

Dachte ich.

Ich spreche von Resilienz. Der Widerstandskraft.

Das war ja mal ein echter Modebegriff.

Resilienz als DER Weg, Belastungen „auszuhalten“. Widerstandfähig zu werden.

Kurz gelästert: In jedem Unternehmen konnte man davon hören – und meist war einfach nur ein Versuch, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter unverändert viel arbeiten – und sich einfach selbst darum kümmern sollten, dass sie „produktiv“ bleiben.

Ich verstehe aber unter Resilienz etwas anderes.

Resilienz bedeutet für mich, die Verantwortung zu übernehmen, wenn ich mich gefangen fühle in meinem Hamsterrad. Wenn ich den Eindruck habe, dass ich von außen gesteuert, mit Herausforderungen überhäuft und überfordert werde.

Resilienz bedeutet für mich auch, konsequent zu sein.

Es geht langfristig nicht darum, die Situation „durchzustehen“, sondern mutig Entscheidungen für dich zu treffen.

Es geht darum, zu spüren, welche Situationen für dich gut sind, welche nötig und auf welche du getrost verzichten kannst.

Es geht um deine Muster. Es geht darum, dein Verhalten, ja sogar deine HALTUNG zu hinterfragen.

Resilienz ist also ein entscheidender Faktor, wenn du deiner Berufung folgst!

Tatsächlich besitzt es etwas Achtsames, es ist eine ehrliche Anerkennung persönlicher Grenzen:

  • Persönlicher Grenzen der Belastbarkeit und der Kraft
  • Persönliche Grenzen die auf (fehlende) eigene Sinnorientierung und Passung hinweisen.
  • Persönliche Grenzen der Einflussnahme und Wirksamkeit
  • Persönliche Grenzen der eigenen Haltung gegenüber Veränderungen und Entwicklung.

Resilienz ist also nicht, „hart“ und „unerschütterlich“ zu sein. Nein, ich sehe darin eher eine Art feines Gespür für dich selbst. Dieses Gespür macht es möglich, Veränderungen (Belastungen) flexibel zu begegnen. Sensibel und anpassungsfähig im besten Sinne: Umzudrehen, abzubiegen, wenn es keinen Sinn (mehr) für dich macht. Ja, falsche Entscheidungen nicht als „Fehler“ zu sehen, sondern als natürlich und „logische“ Folge davon, dass du Ausprobierst. Zu spüren, was dann für dich der stimmige Weg ist.

Resilienz bedeutet Denken, Fühlen und Handeln im Bewusstsein meiner Ziele und Bedürfnisse, präsent für das Hier und Jetzt.

Resilenz ist äußerst hilfreich, wenn du deiner Berufung folgst:

Denn Rückschläge, Belastungen, Herausforderungen sind ein wichtiger Bestandteil deines Weges.

Das ist Lernen! Das ist deine Berufung finden „try and error“ – mit einer resilienten Haltung dahinter, die dir genau solche Erfahrungen erlaubt.

„So, jetzt zurück auf Anfang. Was ist Resilienz genau?“

Resilienz ist die „Fähigkeit, Krisen zu meistern durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen und Krisen für Entwicklung zu nutzen.“ (so wurde Resilienz schon 1950 durch den Psychologen Jack Block definiert).

Also:

Resilienz ist …

  • Einen aktiven (gesunden) Umgang mit Krisen / besonderen Herausforderungen / Fehlschlägen zu pflegen
  • Das Wissen, was ich kann und brauche – aktuell und um langfristig mein Ziel zu erreichen
  • Mit diesen Krisen, Herausforderungen oder Fehlern einen Entwicklungsschritt zu machen

Ich möchte dir heute das Säulen-Modell der Resilienz vorstellen:

Grafik Säulen Resilienz

1. Akzeptanz, 2. Selbstverantwortung, 3. Selbstwirksamkeit, 4. Optimismus, 5. Lösungsorientierung, 6. Zukunftsorientierung, 7. Netzwerkorientierung

Ich bin ja, wie bereits hier (durchaus verwundert) festgestellt, ein Kontrollfreak. Ich glaube, dass man auf alles einen Einfluss haben kann. Und auch haben sollte.

Da liegt der Knackpunkt.

Wenn ich es nicht schaffe, die Situation zu drehen, dann verharre ich:

Ich bestehe darauf, eine Veränderung, ja, eine Verbesserung herbei führen zu können!

Es! Muss! Doch! Gehen!

Tut es aber manchmal einfach nicht. Nicht sofort. Nicht in dem Ausmaß, in dem ich es gerne hätte.

Von daher besitzt die 1. Säule, die Akzeptanz gerade eine gewisse Brisanz für mich.

Die 1. Resilienz-Säule: Akzeptanz

Es geht um das Annehmen, von dem was ist.

Um das Loslassen, von Erwartungen, Plänen und Vorstellungen, wie etwas sein sollte.

Damit geht es auch um das Annehmen der eigenen Wut, Traurigkeit, Schmerz über den Verlust und vll auch Verzweiflung darüber, dass etwas nicht so ist, wie gewünscht.

Das geht, wenn ich mir klar mache, dass …

  • Mein eigentlicher Plan, meine Strategien gut und sinnvoll waren, als die Situation noch anders war
  • Dass es nun eine neue Situation gibt, die eine Anpassung von mir fordert.

Ich finde diese Resilienz-Säule tatsächlich wirklich tricky – fordert sie doch von mir, ständig abzuwägen, was denn nun in meinen Einflussbereich fällt und was nicht.

Und auch, von der Vorstellung Abschied zu nehmen, ich hätte ständig alles in der Hand.

Denn die eine Seite der Medaille – ständige Selbstverantwortung  – steht der anderen, Annahme von Unveränderlichem gegenüber.

Wie immer, ist die Balance entscheidend. Gute Hinweise, dass ich mich ums Annehmen kümmern kann, gebe ich mir selbst:

  • Hadern mit der Situation
  • Verharren auf meinem Standpunkt
  • die neue, veränderte Situation nicht anerkennen wollen
  • „Fixierung“ auf den vormals festgelegten Weg „so und nur so geht es“ / „mit dem Kopf durch die Wand“
  • Kein Vorankommen mehr möglich
  • Abarbeiten bis zur Erschöpfung
  • Wut und Ärger gepaart mit dem Denken „das ist falsch so“ / „XY macht das nicht richtig“

Ja, Annehmen bedeutet, achtsam mit sich selbst zu sein. Innezuhalten und genau zu spüren, was gerade ist, wie es mir damit geht. Im Moment sein.

Ich finde das schwierig, denn ich habe gerne viele Pläne und liebe ein gewisses Tempo. Und genau deswegen möchte ich es mehr lernen!

Der Akzeptanz zur Seite steht eine Art Gegenpol:

Die 2. Resilienz-Säule: Selbstverantwortung

Wenn du meinen Blog schon länger liest, wirst du wissen, dass mir Selbstverantwortung SEHR wichtig ist. Das ist für mich eine Haltung, mit der ich durchs Leben gehe. Wenn ich etwas brauche, mir etwas fehlt, dann bin ICH diejenige, die dafür sorgen kann, mir diesen Wunsch zu erfüllen.

Selbstverantwortung im Sinne der Resilienz bedeutet vor allem:

  • Ich übernehme die Verantwortung für mein Denken, Fühlen und Verhalten.
  • Ich handele stets im Sinne meines Einflussbereichs – und achte darauf, dass ich die Kontrolle über mein Leben behalte.
  • Ich sehe mich nicht als Opfer, sondern als Gestalterin meines Lebens

Womit auch mein „Kontrollwahn“ erklärt wäre 🙂 Diese Säule ist ganz einfach besonders ausgeprägt bei mir!

Klingt nach Superkraft, oder?

Ist es auch ein bisschen.

Super-Gestaltungskraft!

Die „ich mach, was ich will“-Power!

Und gleichzeitig gehört zur Selbstverantwortung ja noch die Akzeptanz in das Resilienz-Konzept.

Damit wird immer auch all den unvorhersehbaren, unabänderlichen Dingen (ja, eigentlich: dem Leben :)) Rechnung getragen.

Denn: Auch der selbstverantwortlichste Mensch jammert mal und sieht sich als Opfer.

(ich zB in den letzten Wochen …)

Das ist ok. Es braucht dann nur nach einiger Zeit den Ruck, sich selbst aus dieser Haltung wieder zu befreien – oder jemand, der einen wertschätzend auf die Lösungsmöglichkeiten hinweist.

Woher kommt dieser innere Ruck? Dieser unerschöpfliche Antrieb, dieser Glaube, dass du es auch aus der verzwicktesten Situation wieder heraus schaffst?

Du merkst, wir nähern uns den der nächsten Säule:

Die 3. Resilienz-Säule: Selbstwirksamkeit

Auch hiervon bin ich ein großer Fan.

Ehrlich gesagt, könnte ich mehrere Blogartikel alleine über Selbstwirksamkeit schreiben.

Weil ich das Konzept großartig, absolut zutreffend und so wertvoll finde!

Es verhält sich damit außerdem wie mit der Resilienz:

Selbstwirksamkeit, also die Überzeugung, der Glaube an dich und deine Fähigkeiten, ist erlernbar!

Und: Entscheidend ist nicht, WAS du kannst.

Entscheidend ist, was du GLAUBST, was du kannst!

Eine hohe Selbstwirksamkeit bedeutet, dass du die sprichwörtlichen Berge versetzen kannst. Es bedeutet nicht, dass du dich brutal überschätzt.

Nein, im Gegenteil.

Wenn du selbstwirksam bist, dann kennst du deine Fähigkeiten und Stärken. Du weißt auch um deine Erfolge, und auf welchen Wege du diese erreicht hast. Das wiederum ist der Schlüssel: Deine erfolgreich gemeisterten Herausforderungen nähren deine Selbstwirksamkeit. Es sind eben diese günstigen Erfahrungen, die dich immer wieder neue, herausfordernd-attraktive Ziele suchen lassen. Denn du weißt genau, was du schaffen kannst. Und du weißt: Du wächst mit jeder Herausforderung.

Also: Du willst deine Selbstwirksamkeit stärken? Dann fang bei dir an – und schau auch auf die anderen Quellen von Selbstwirksamkeit:

  1. eigene Erfahrungen
  2. Stellvertretende Erfahrungen
  3. Soziale Verstärkung
  4. Körperliche Erfahrungen

Ja,denn neben den eigenen Erfahrungen (1) (Übrigens gibt es hierbei sogenannte „mastery experiences“ – Situationen, in denen du zu Beginn keine Vorstellung davon hast, wie du sie bewältigen sollst, aber dann schrittweise Lösungsmöglichkeiten findest. Diese sind ein echter Selbstwirksamkeits-Booster) wirken auch stellvertretende Erfahrungen (2)!

Hammer, oder?

Es genügt also, wenn du bei einer anderen Person (bei der du eine gewisse Ähnlichkeit vom Charakter und von der Herausforderung feststellst) sehen kannst, wie diese ihr Problem löst. Du denkst: „Das kann ich auch!“ Und tadaa: Deine Selbstwirksamkeit steigt!

3. Soziale Verstärkung

Ja, auch wenn du von einer anderen Person Zuspruch bekommst, steigert das deine Selbstwirksamkeit! Wenn diese für dich glaubwürdig ist, und sich am Ende ihre „Voraussagung“ bewahrheitet.

Der Glaube eines anderen Menschen an dich stärkt direkt deine Selbstwirksamkeit!

4. Körperliche Erfahrungen

Diese wirken am wenigsten stark, aber auch sie haben Einfluss auf deine Selbstwirksamkeit!

Wie?

So:

Du hast die Idee deines (Berufs-)Lebens. Und in einer Minute präsentierst du sie. In dem Moment stürzt dein Laptop ab. Alle Präsentationsunterlagen sind futsch.

Du hast Herzklopfen. Naja, eher Herzrasen. Dir wird schwindelig. Und schlecht. (= körperlicher Zustand).

Die Frage ist jetzt: Wie beurteilst du deinen Zustand?

„Oh mein Gott, ich kriege gleich eine Panikattacke vor versammelter Mannschaft!“ oder „Oh je, ich bin mega aufgeregt und werde bestimmt gleich losstottern, ABER ich weiß ja genau, was in meiner Präsentation drin steht. Ich krieg das irgendwie hin!“

Lässt du dich von deiner körperlichen Reaktion verunsichern oder nimmst du sie als Zeichen, dass gleich etwas passiert, was für dich wirklich wichtig ist?

Und überhaupt: Wie steht es mit deiner Resilienz? Hast du Lust, sie zu steigern?

Dann freu dich auf meinen Fortsetzungsartikel! Darin stelle ich dir die nächsten Säulen vor: Optimismus, Lösungs-, Netzwerk- und Zukunftsorientierung!

Und wenn du jetzt Lust hast, deine persönliche Widerstandkraft zu stärken, kannst du das hier tun!

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Und hier findest du nochmal den Fortsetzungsartikel (Klick)

 

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6 Comments

  • Wibke Dihrberg

    Reply Reply 16. August 2016

    Meine grösste Herausforderung momentan:
    Es gibt nur ein Exemplar von mir! 😉
    Dieses eine Exemplar hat Ideen und Pläne für mindestens 3 Wibkes.
    Leider steht mir nur die Zeit einer Wibke zur Verfügung.

    • Wiebke Rimasch

      Reply Reply 16. August 2016

      Haha, lass uns doch zusammen tun – dann sind wir schon zwei Wi(e)bkes 😉
      Ist mir nur zu gut bekannt, dieses „ich hab zuviel im Kopf“.
      Mit einer Einschränkung: Aus meiner persönlichen Erfahrung aber auch aus Coachings weiß ich, dass darunter viele Dinge sind, die tatsächlich nie zum Abschluss kommen würden. Und dieses „ich habe keine Zeit“-Thema dafür sorgt, dass man es gar nicht merkt. Was aber eigentlich dahinter steht (oder eher: stehen kann) ist Angst, Unsicherheit („ist meine Idee überhaupt gut genug?“.
      Ich habe festgestellt, dass es in solchen Fällen sehr gut ist, sich max. 3 Dinge zuerst rauszupicken und sich darauf zu fokussieren. Nur das. Nichts anderes.

      Ich weiß nicht, ob da was für dich zutreffend ist und freu mich, wenn ich hilfreich war.

      Liebe Grüße,
      Wiebke

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