Große Ziele? Hohe Erwartungen? Und wahnsinniger Druck? Was du dann tun kannst!

Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch. Ich hasse es, zu warten. Ich werde nervös, wenn ich aufgehalten werde. Wenn ich nicht in der gewünschten Geschwindigkeit vorankomme, macht mich das mindestens unruhig.

Na gut: Ich drehe fast durch!

Lieber mit dem Kopf durch die Wand, als an der Tür Schlange stehen 😉

Das hat den Vorteil, dass ich mich mit viel Energie an herausfordernden Ziele wage.

Und den Nachteil, dass meine Ansprüche und Erwartungen sehr hoch sein können.

Unrealistisch hoch. Überfordernd hoch.

Die Folge ist, dass ich arbeite, wann immer ich kann. Erst seit neuestem arbeite ich Sonntags nicht mehr. Und ich genieße es! Ich habe mich dazu entschieden, weil ich gemerkt habe, dass ich – ganz simpel – Pausen brauche. Um wieder aufzutanken. Um mich meiner Familie widmen zu können.

Weil genau das eines der Bestandteile meiner Berufung ist: Zeit für andere Dinge zu haben. Nicht nur arbeiten.

Lebens-Zeit. Frei-Zeit.

Freizeit ist immer noch rar in meinem Leben. Einfach, weil ich noch in der Umsetzung meiner Berufungsvision bin. Das ist auch ok so – bis zu einem gewissen Grad.
Dann muss ich mich regelmäßig daran erinnern, worum es mir bei dem ganzen Zirkus eigentlich geht. Und ob ich mit dem, was ich aktuell tue, dazu beitrage.

Kennst du das?

Wir sind damit nicht allein.
Erst in der letzten Woche ist mir das in mehreren Kundengesprächen begegnet. Und das ist ja auch toll, es zeugt von Ambition, Leidenschaft und Einsatz!

Heikel wird’s nur dann, wenn du solche Zielvorstellungen hast:

  • „Innerhalb von drei Monaten will ich gekündigt und in meinen absoluten Traumjob arbeiten!“
  • „Ich will mich selbständig machen und nach 6 Monaten davon leben!“

Puuuh, ja, das KANN funktionieren. Muss es aber nicht.

Und die Frage ist: Zu welchem Preis?

Was bei mir bei solchen Sätzen vor allem ankommt, ist:

Druck! Stress!

Ein unglaubliche Anspannung, unter der meine Kundinnen stehen:

  • Es muss alles sofort sein!
  • JETZT die Berufung finden, gleich wissen, was sie arbeiten wollen und unmittelbar ins Lieblingsleben starten
  • Noch bevor sie starten, sollen Ziel und Weg dahin schon absolut klar sein.

Ein hoher Anspruch. Und meist unerfüllbar.

Ich versuche dann, rauszubekommen, woher dieser Druck rührt. Oft zeigt sich, dass es einen Zeitpunkt gibt, eine Deadline, die irgendwann mal gesetzt wurde.

„Am Stichtag XY lebe ich meine Berufung!“

Dieser Stichtag hat meist gute Gründe: Weil zu dem Zeitpunkt (wieder) Geld reinkommen muss. Weil dann der Arbeitsvertrag ausläuft. Weil dein momentaner Job einfach nicht mehr zum Aushalten ist und diese Deadline dich gerade noch „am Leben“ hält. Weil du „schon so lange“ auf der Suche bist und du selbst, dein Partner, deine Familie darauf warten, dass endlich was passiert.

Um da nochmal sehr deutlich zu werden: Es macht total Sinn, dir ein klares, zeitlich umrissenes Ziel zu setzen. Ich bin unbedingt dafür. Ich denke sogar, dass es ohne kaum funktioniert.

Und es kann gut sein, dass es sich als totaler Quatsch erweist 😉

Weil dir das Leben dazwischen kommt. Weil du merkst, dass deine Rechnung nicht aufgeht. Weil du eben sehr hohe, ja ZU hohe Erwartungen hattest.

Und jetzt bist du gestresst. So richtig!

Du stehst unter …

1. Zeitdruck und

2. Erfolgsdruck

Das ist ein Problem.

Denn: Du lässt dich von diesem Druck beeinflussen!

Du fängst an, schlechte Entscheidungen zu treffen!

Du entscheidest nicht mehr aus dir heraus. Du bist bereit, faule Kompromisse einzugehen. Du knickst ein.

Wenn du unter Stress entscheidest, ist das Hauptmotiv oft, dass du die Spannung reduzieren willst. D.h. du tust alles dafür, dass du aus dieser unerträglichen Situation rauskommst – aber eher wenig dafür, dass du weiter auf DEINEM Weg bleibst.

Unter Druck verschiebt sich dein Fokus. Verständlich, denn meist geht es dir um Grundlegendes: Existenzsicherung bspw. Vielleicht erinnerst du dich an die Bedürfnispyramide von Maslow: Existenzielle Bedürfnisse stehen an erster Stelle. Sie sind elementar. Bevor diese nicht erfüllt sind, kommst du nicht weiter.

Grundsicherung steht vor Selbstverwirklichung.

Die Folge:

Du verlierst dein eigentliches Ziel aus den Augen!

Weißt du noch, was das war?

Ich rate mal:

  • Du wolltest die Arbeit, das Leben, das dir wirklich entspricht.
  • Du wolltest mehr Lebensqualität.
  • Du willst tun, was DU willst.

Und was machst du gerade tatsächlich? Du steckst in deinem ganz eigenen Hamsterrad! Du versuchst, Erwartungen zu erfüllen (deine eigenen, die der anderen), statt ein erfülltes Leben zu führen.

Erfolg- und Leistungsdruck waren doch eigentlich die Gründe, warum du überhaupt aussteigen wolltest. Du willst Zeit haben, für dich und alles andere, was dir wichtig ist.

Was du gerade machst, ist dass du mit deinen alten Strategien (= „durchbeißen“) ein neues Leben und Arbeiten (= „in Übereinstimmung mit mir selbst“) zu beginnen versuchst.

Ergo: Du bist voll in deinem alten, ungeliebten, dir nicht guttuenden Muster drin!

Weißt du was: Das wird nicht funktionieren!

Du kannst nicht ackern wie blöde, um dann am Ziel dann plötzlich umzuschalten und sagen „jetzt richte ich mich nur noch nach meinen Bedürfnissen“.

Denn bist du endlich am Ziel angekommen – hast du keine Ahnung, WIE das eigentlich funktioniert.

  • Du hast ja vorher nie die Erfahrung machen können!

Und: du weißt gar nicht, ob dein anvisiertes Ziel wirklich deins ist.

  • Du hast ja vorher nie die Erfahrung machen können!

Ja, ich wiederhole mich. Und das tue ich gern:

Deine Berufung finden ist ein Suchprozess. Ein Ausprobieren. Kein gradliniges Durchmarschieren und Abarbeiten von to do´s.

Du brauchst Zeit.

Du brauchst eine entspannte Grundhaltung, um

  • deine Möglichkeiten wahrzunehmen und

  • Erfahrungen zu machen, was du willst und was du NICHT willst

Sonst bist du wie im Tunnel unterwegs. Du siehst nicht, was links und rechts alles ist – und verpasst vielleicht genau die Chance deines Lebens! Da zieht er an dir vorbei: dein Traumjob. Weil du einfach nicht aufmerksam bist, weil du in deiner alten, unflexiblen Denkweise festhängst.

Darum: Jetzt ist die beste Zeit, etwas zu ändern!

Reduziere deinen Zeit- und Erfolgsdruck!

„Hahaha“, denkst du dir bitter, „wie soll das denn gehen? Ich kann doch nicht, weil [hier beliebigen Grund einsetzen]“

Wenn du so denkst, ist das ein Zeichen, dass du gerade ziemlich fremdbestimmt durch die Gegend rennst. Und dass du von einer Anpassung deiner (Zeit-)Ziele echt profitieren kannst!

Bleib weiterhin skeptisch – und probiere trotzdem die unten stehenden Schritte aus:

1. Setz dich in einer ruhigen Minute hin und überlege:

  • Worum geht es mir mit meiner ganzen Aktion eigentlich? Was ist mein großes Ziel?
  • Und was von dem, das ich aktuell tue, bringt mich dahin?
  • Was führt mich davon weg?

2. Passe dein Ziel an (und überprüfe damit deinen Erfolgsdruck): Stimmt dein Ziel für dich so noch?

Unterscheide hier auch zwischen deinem übergeordneten Ziel (deiner Berufung) und deinen Strategien, wie du dieses erreichen willst. Gerade bei diesen kannst du enorm viel für Entlastung sorgen! Frage dich:

  • Welche Strategie, welcher Zwischenschritt sorgt bei mir gerade für den meisten Stress?
  • Warum mache ich mir diesen Stress? Welche Bedürfnisse und Motive stecken dahinter? Wo versuche ich, Ansprüche und Erwartungen zu erfüllen (eigene und fremde), die mir nicht gut tun?
  • Was kann ich stattdessen tun, um mein Ziel auf einem entspannterem Wege zu erreichen?

Sei hier ehrlich zu dir selbst: Was ist für dich wirklich gut schaffbar? Und welche Teilziele kannst du anpassen oder kleinschrittiger gestalten, um sie für dich weniger monströs-anspruchsvoll zu machen?

3Überprüfe deinen Zeitplan: Wo willst du wann sein? Frage dich:

  • Ist mein Zeitplan realistisch?
  • Sind meine Deadlines etwas, was mir gut tut, weil sie mich motivieren oder sind sie überfordernd?
  • Was ist alles passiert, seitdem ich mir meinen Zeitplan überlegt habe? Was habe ich neues gelernt und erfahren? Was davon hat einen Einfluss auf meine Ziele/ wo ist eine Anpassung sinnvoll?

Es wird dir vielleicht schwer fallen, Anpassungen vorzunehmen. Weil es sich für dich wie Scheitern anfühlt, wenn du von deinem ursprünglichen Plan abrückst.

Das ist es aber nicht!

Ich will dich im Gegenteil ermuntern, etwas vom Gas runter zu gehen – wenn du merkst, dass dir dein Tempo nicht gut tut und nicht deinem eigentlichen Ziel entspricht.

Also sei mutig: Verlängere bspw. deinen 3-Monats-Plan auf 6 oder 12 Monate. Mach einen Umweg, indem du nicht direkt von dir verlangst, sofort in deinem Traumjob zu arbeiten. Finde einfach erstmal einen Weg, um entspannt Geld zu verdienen und Zeit für dich und deine Berufungsfindung zu haben!

Dein Leben ist jetzt!

Mach keine faulen Deals mit dir selbst, die letztendlich nur darauf hinaus laufen, dass du wieder etwas machst, dass du eigentlich nicht willst!

Wenn deine Antwort auf diese Fragen „Nein“ ist:

  • Bin ich gerade da, wo ich sein will?

  • Stehe ich jeden Morgen auf und freue mich auf den Tag?

Dann ist es das DIE Gelegenheit, zu lernen, dich selbst ernst zu nehmen. Dir zu zeigen, dass du es wirklich willst, dieses „Leben und Arbeiten, wie es dir entspricht“.

Es ist dein Leben! Nutze es. Genieß es. Nicht in 3 Monaten. Nicht in einem Jahr.

Jetzt!

Tu dir was Gutes! Denn du machst das großartig! Es ist so kostbar, wenn du merkst, dass etwas nicht nach deinen Vorstellungen läuft. Das zu spüren, ist DIE Fähigkeit, die du brauchst, um wirklich deine Berufung zu leben.

 

In dem Sinne wünsche ich dir eine wunderbare Woche!

Und wenn du magst, hinterlass mir einen Kommentar: Wo stehst du aktuell gerade? Was sind deine Herausforderungen in diesem ganzen Berufungsfindungs-Prozess? Und wie gehst du mit ihnen um?

Ich freu mich drüber!

Deine Wiebke

 

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2 Comments

  • Wibke

    Reply Reply 27. September 2016

    Liebe Wiebke
    Danke für diesen Artikel. Es gibt eben nicht den Weg im Sinne von „losgehen, Richtung beibehalten, ankommen“ 😄
    Genau wie im Leben in der Familie geht es nur mit allen Sinnen und Emotionen, den Weg immer wieder zu erspüren und gegebenenfalls die Richtung zu verändern. Oder auch mal das Ziel anzupassen.

    Liebe Grüße
    Wibke

    • Wiebke Rimasch

      Reply Reply 27. September 2016

      Liebe Wibke,

      danke für deinen Kommentar!
      Ja, diese Idee, dass das Leben gradlinig ist, die ist irgendwie … irre 😉 aber sie hält sich doch fest in den Köpfen. Zumindest in meinem …
      „den Weg erspüren und das Ziel anzupassen“, das gefällt mir! Mittlerweile schätze ich eine gewisse Portion Unsicherheit und Fragilität in meinem Leben, das erinnert mich eben daran, mir immer wieder aufs Neue die Frage zu stellen, was ich will und ob ich noch richtig unterwegs bin.

      Und ich liebe es, wenn sich mein Leben so lebendig anfühlt! 🙂

      Liebe Grüße,
      Wiebke

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