Finde deine Berufung 2.0 – Der erste Schritt, den du unbedingt tun solltest (Artikelserie)

„Finde deine Berufung!“ Ja, und wie? Das sagt sich immer so leicht. Aber WIE geht denn das? Weil ich (auch aus eigener Erfahrung) weiß, dass das gar nicht so einfach ist, habe ich eine Artikelreihe zum Thema entwickelt. Los geht´s mit dem ersten entscheidenden Schritt zu deiner Berufung

 

Halt! Stopp!

Bevor du beginnst, dich auf die Suche nach deiner Berufung zu machen! Das hier ist der erste entscheidende Schritt, den du tun solltest:

Hinterfrage deine Grundmotivation!

Häufig ist das Grundmotiv meiner Kundinnen: Verzweiflung.

Und ihr Ziel: Raus aus dem schrecklichen Job!

Und das war auch bei mir so.

Ich wollte nur weg! Ich wollte anders arbeiten. Besser. Ich wollte nicht mehr in einer Atmosphäre von Druck, subtiler Hierarchie und fehlender Wertschätzung arbeiten. Ich habe es nicht mehr ausgehalten! Und gesucht. Ich war verzweifelt, hilflos. Und auf einmal tat sich ein Ausweg auf.

Dachte ich.

Eine neue Firma! Ein Unternehmen, das all das hat, was ich bei meiner Arbeit vermisse. Mit Kollegen, die ich sehr schätze. Ich startete schwungvoll.

Und dann fing es schleichend an, dass mir mein Bauchgefühl sagte, dass etwas nicht passte. Das für mich etwas nicht stimmte.

Das habe ich erfolgreich ignoriert. „Das gibt sich“, hatte ich gedacht. Wenn erst die ungeliebten Arbeiten getan sind. Oder wenn wir uns intern besser abgestimmt haben. Oder wenn ich erst so richtig mit dem geplanten Projekt durchstarte.“

Doch es wurde immer zäher. Ich verlor meine Energie. Nach einem Arbeitstag war ich total geschafft, nicht mehr bei mir.

Ich habe immer noch versucht, es zu ignorieren. Na gut: Ich hatte keine Ahnung, wie ich da raus kommen sollte!

Wir waren schon weit außerhalb unseres Zeit- und Budgetplans. Immer noch kein Einkommen. Also weiter arbeiten in meinem alten, ungeliebten und kräftezehrenden Job. Und ich immer schwangerer …

„Deine Augen leuchten nicht mehr, wenn du davon sprichst“, sagte mir eine Freundin. Wie auch? Ich war schon erschöpft, wenn ich nur dran dachte.

Ich hatte längst den Glauben an die Idee verloren. Immer deutlicher spürte ich, dass es das nicht sein kann. Ich hatte kein Interesse an unserer Zielgruppe. Produkte für sie zu entwickeln fiel mir immer schwerer. Wollte ich wirklich mit ihnen arbeiten? War das mein Platz? Waren das meine Themen?

Die Antwort war leicht: NEIN!

Und sie fiel mir so schwer. Ich habe fast ein Jahr gebraucht, um zu mir selbst so ehrlich zu sein.

Dann habe ich mich gefragt: Was bringt mich eigentlich zum Leuchten? Was ist das, was ich wirklich, wirklich liebe? Was ist das, was ich unbedingt machen will? Wovon träume ich? Wie sieht mein ideales Leben aus – in der Arbeit, im Privatleben? Und – wovor habe ich Angst?

Am meisten hatte ich Angst vor meinen eigenen Ideen. Also habe ich mich ihnen behutsam genähert. Sie aufgeschrieben. Verschiedene Tools benutzt (über die ich hier noch an anderer Stelle bloggen werde) meine Wünsche, Träume, Ziele festgehalten. Alles mit Flipcharts zutapeziert.

Und dann hatte ich es gefunden:

Was ich arbeiten will, wie ich leben will. Und ich hatte endlich wieder Energie. Wahnsinnig viel Energie! Und Klarheit! 

Ich wusste: Das ist es! Das will ich! Das mache ich!

Ich habe den Traum von der neuen Firma begraben.

Und meinen ungeliebten Job gekündigt.

Fühlte sich guuuuuuut an 🙂 fühlte sich richtig an.

Ich hatte keine Angst mehr. Ich hatte Klarheit.

Seitdem ist ein halbes Jahr vergangen. Ich bin noch kraftvoller und klarer geworden, noch fokussierter. Meine Arbeit geht mir leicht von der Hand. Ich habe unglaublich viel gelernt, bin auch persönlich gewachsen.

Ich traue mich, alles zu tun, worauf ich Lust habe!

Ich habe meine Berufung gefunden!

Und diese ist, dir zu deiner Berufung verhelfen! Und zwar auf kürzestem Wege! Daher möchte ich dich davor bewahren, meinen Fehler zu wiederholen.

Nämlich mir diese Frage nicht gestellt zu haben:

Was ist meine Motivation zur Veränderung?

Hinter jeder Veränderung liegt ein Grundmotiv:

Entweder

  • „Hin zu“ oder
  • „Weg von“

„Hin zu“ bedeutet, dass du dich auf etwas zu entwickeln willst. Du hast ein Ziel, dass du erreichen möchtest. Etwas, das dich anzieht. Das du „attraktiv“ findest. Es ist positiv formuliert, enthält also keine Verneinungen. Ein „hin zu“-Ziel orientiert sich an der Lösung.

„Weg von“ meint, dass du versuchst, etwas los zu werden. Du willst etwas beenden oder vermeiden. Häufig besteht dann das Ziel darin, einfach den gegensätzlichen Weg zur Situation zu wählen. Es ist unklar, was du eigentlich willst. Ein „weg von“-Ziel orientiert sich am Problem.

So wie ich. Ich hatte ein „weg von“-Ziel.

Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht, was mir wirklich liegt. Ich wollte nur unbedingt raus aus meinem alten Job. Und habe die gleiche Arbeit gewählt, die ich dann eben anders machen wollte.

Mein Dilemma war also:

  1. Ich hatte keine Ahnung, was ich eigentlich wollte
  2. Ich habe meinen Traumjob in Abhängigkeit zu meiner alten Arbeit definiert

Also: Dein 1. Schritt zu deiner Berufung: Erkenne dein Grundmotiv

Schau genau hin: Wenn du dein Ziel beschreibst: Wie ist es formuliert? Willst du etwas beenden oder etwas Neues beginnen? Sind Verneinungen enthalten („nicht mehr so viel arbeiten?“) oder ist es anziehend, macht es dir Lust darauf?

Versteh mich nicht falsch: Es ist super, wenn du „nicht mehr so viel arbeiten“ willst. Es ist toll, wenn du beschließt, dich nicht mehr länger in den starren Strukturen deiner Firma gängeln zu lassen. Es ist wichtig, dass du merkst: „Das passt nicht zu mir. Ich will das nicht.“

Zwei Faktoren sind dabei allerdings zu bedenken:

  1. Weil du so unbedingt davon weg willst, sieht für dich häufig das Gegenteil gerade seeehr gut aus.
  2. Das „weg von“-Ziel lässt dich möglicherweise keine vollkommen unabhängige Entscheidung treffen. Denn: Was dich leitet, ist immer noch davon bestimmt, wie sich „die anderen“ / dein Chef / deine Firma usw. verhalten.

Also stell dir unbedingt die Frage, WAS du eigentlich willst!

Jetzt bist du dran: Wo willst du hin?

Was ist dein „hin-zu“-Ziel?

 

Schreib es mir in die Kommentare!

Hast du schon gefunden, was du machen willst? Grübelst du gerade noch drüber? Und kann ich noch etwas für dich tun?

 

Falls du schon direkt mit der Umsetzung starten möchtest, schau mal in mein ebook „ICH MACH DAS JETZT! Wie du Veränderungen richtig anpackst und deine Ziele erreichst – 14 Umsetzungs-Strategien, die funktionieren!“ 

 

Jetzt bist du dran: Sichere dir das gratis eBook: "3 Schritte zu deiner Berufung" + Newsletter

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15 Comments

  • Claudia Münster

    Reply Reply 10. Mai 2016

    Liebe Wiebke,

    ein ehrlicher Artikel, in dem du sehr offen deine Verletzlichkeit zeigst und deine Erfahrungen schilderst. Ich danke dir dafür. Dieses Thema treibt so viele Menschen um: Wie finde ich heraus, was ich will will? Wann weiß ich, dass es das Richtige ist? 1000 Fragen. Und jede Antwort zieht neue Fragen nach sich. Vielleicht ist mein Artikel für dich interessant dazu http://claudiamuenster.de/wie-du-herausfindest-was-du-wirklich-willst-dabei-dem-fluch-des-chamaeleons-entkommst-und-das-ganze-leicht-nehmen-kannst/ Schau einfach mal rein.

    Liebe Grüße

    Claudia

    • Wiebke Rimasch

      Reply Reply 12. Mai 2016

      Liebe Claudia,

      ja, das ist ein großes Thema – schon alleine, dass wir beide an einem Tag einen ähnlichen Artikel veröffentlichen, zeigt das ja 🙂

      Und meine Offenheit ist auch erst möglich, seitdem ich angefangen habe, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ich sehe jetzt, dass jeder Schritt, den ich vorher getan habe, seinen Sinn hatte. Er hat mich immer weiter zu mir selbst geführt. Es ist für mich kein Scheitern. Daraus ist eine neue Art von Gelassenheit entstanden – und eben diese Offenheit.

      Sonnige Grüße!
      Wiebke

  • Aileen

    Reply Reply 12. Mai 2016

    Hey Wiebke,

    klasse Beitrag! Und ja, wie du sicher auch schon weißt, eines meiner Lieblingsthemen. In meiner Artikel-Serie zum Thema „Ziele erreichen“ befasse ich mich demnächst auch mit dem großen Thema „Motivation“ bzw. wie du es in deinem Beitrag nennst „Grundmotiv“. Die Unterscheidung von „Weg-von“ und „Hin-zu“ Zielen macht auch super viel Sinn, ich finde es gut dass auch du diese Einteilung vornimmst. Als meine Transformation begann war ich auch überwiegend vom Schmerz getrieben. Ich bin sozusagen aus meinem alten Leben geflüchtet und dadurch auch oft mit dem Kopf durch die Wand. Mittlerweile weiß ich, dass das eine sehr effektive aber nicht unbedingt die schönste Motivation ist, denn Sie ist mit sehr viel Leid vebunden und hinterlässt häufig Kollateralschäden. Meine „Hin-zu“ Ziele sind heute Gesundheit, Wohlstand und Selbstverwirklichung. Höher, weiter, besser, ein absolut geiles Leben eben 🙂 Ich würde mich freuen, wenn du auch beim 2.Teil der Serie meine Seite besuchst. Um es nicht zu verpassen, trag dich doch gleich in meinen Newsletter ein 🙂 http://www.mojomagazine.de

  • Sabine Meyer

    Reply Reply 16. Mai 2016

    Guten Morgen Wiebke,
    dein Hin-zu-Ziel-Artikel hat mich schwungvoll mitgenommen. Und da stehe ich nun auf der weiten Wiese und frage mich, gibt es vielleicht auch Hilfen, wie ich mein Hin-zu-Ziel einkreisen, extrahieren kan, fragt dich
    Sabine

    • Wiebke Rimasch

      Reply Reply 16. Mai 2016

      Hallo Sabine,

      ich freue mich sehr, dass dich mein Artikel inspiriert!

      Deine Frage finde ich gut – muss ich drüber nachdenken. 😉 Es hängt natürlich sehr davon ab, worauf sich dein Thema gerade bezieht. Für mich wäre es hilfreich, das zu wissen. Vielleicht hast du Lust, das hier zu schreiben?

      Wenn es darum geht, dich zu fragen, was du beruflich wirklich machen möchtest, könntest du folgendes tun:

      Nutze meinen kostenlosen Mini-Kurs „In 3 Schritten zu deiner Berufung 2.0“. Du findest das pdf hier: http://wiebke-rimasch.de/3-schritte-zu-deiner-berufung-2-0/

      Ansonsten kannst du auch so vorgehen:

      Bezogen auf dein Thema: Was macht dir dabei die meiste Freude? Was magst du daran am meisten? Wovon hättest du sogar gerne noch mehr? Worauf willst du dabei nicht verzichten? Du kannst dann versuchen, dass in einem Ziel zu formulieren. Achte darauf, dass du dieses positiv, ohne Verneinung formulierst.

      Hat dir das geholfen? Alternativ versuche doch, genauer zu beschreiben, worum es dir geht. Und ich versuch‘s nochmal 🙂

  • Sabine Meyer

    Reply Reply 17. Mai 2016

    Danke Wiebke für deine Hinweise. Ich werde sie mit Lust ausprobieren.

    • Wiebke Rimasch

      Reply Reply 17. Mai 2016

      Wunderbar, das freut mich!

      Ansonsten: Lies hier weiter mit! Dieser Artikel ist ja der Auftakt einer Serie – und schon in der kommenden Woche (24.05.16) erscheint der nächste dazu.

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